Warum Kritik am Hildesheimer Friedenstag – OV Hildesheim

Am 22.03. soll Ahmad Mansour in Hildesheim als „Friedensredner“ auftreten.

Doch die Wahl des Redners ist nicht unproblematisch. In einigen Netzwerken wird bereits das OB-Büro dafür kritisiert. Warum aber?

Ahmad Mansour ist eine stark polarisierende Person im öffentlichen Diskurs. Als Psychologe und Extremismusexperte hat er wichtige Debatten über Islamismus, Antisemitismus und Integration angestoßen. Gleichzeitig steht er seit Jahren in der Kritik: für pauschalisierende Aussagen über muslimisches Leben und für Positionen, die häufig migrationspolitisch stark zugespitzt sind. Viele Menschen – insbesondere aus migrantischen und muslimischen Communitys – fühlen sich dadurch nicht repräsentiert, sondern stigmatisiert.

Und wie stehen wir GRÜNEN dazu?

Gerade an einem Tag, der im Sinne der Erinnerungskultur verbinden, Brücken bauen und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken soll, halten wir eine Persönlichkeit, die gesellschaftlich polarisiert, für wenig geeignet. Frieden bedeutet für uns Dialog auf Augenhöhe, Verzicht auf pauschalisierende Aussagen und das klare Eintreten gegen jede Form von Rassismus und Antisemitismus – ohne ganze Gruppen unter Generalverdacht zu stellen.

Erinnerungskultur lebt von Sensibilität, Empathie und dem Willen, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen. Ein Friedensredner sollte geeignet, sein Menschen zu verbinden und niemand sein, der einzelne Gruppen pauschal problematisiert.

Sollte Mensch den Friedenstag jetzt meiden? Das ist eine individuelle Entscheidung. Es gibt gute Gründe dafür und dagegen. Wir appellieren an die Stadtverwaltung, solche Entscheidungen mehr im Dialog mit den Menschen zu treffen.

Für uns GRÜNE in Hildesheim steht fest: Eine offene, vielfältige Stadtgesellschaft braucht Stimmen, die Brücken bauen.